Pokerregeln für Texas Hold'emRatgeber

Kartenausgabe und Reihenfolge beim Texas Hold'em

Beim Texas Hold'em bekommt jeder Spieler zwei verdeckte Karten, einzeln und im Uhrzeigersinn, beginnend links vom Dealer-Button. Vor Flop, Turn und River legt der Geber je eine Karte verdeckt ab, die Burn Card. Danach kommen drei, eine und noch eine offene Gemeinschaftskarte.

Eine Hand schiebt zwei verdeckte Spielkarten über grünen Filz, daneben eine weiße Scheibe und Chipstapel
Bild: KI-generiert

Beim Texas Hold'em entscheidet die Reihenfolge der Kartenausgabe mit darüber, wer zuerst handeln muss und wer zuletzt. Jeder Spieler bekommt zwei verdeckte Karten, dazu kommen fünf offene Gemeinschaftskarten in der Tischmitte. Aus diesen sieben Karten bildet jeder die beste Hand aus fünf Karten [3]. Wie die Karten auf den Tisch kommen, regeln die Turnierregeln der Poker Tournament Directors Association (TDA), das Regelwerk "Robert's Rules of Poker" und die Spielregel des Kartenherstellers Cartamundi.

Wer gibt: der Dealer-Button

In Kartenräumen teilt normalerweise ein Geber aus, der selbst nicht mitspielt. Eine runde Scheibe, der Button, zeigt dann an, welcher Spieler die Geberposition hat [2]. Ohne angestellten Geber ist das der Spieler, der selbst austeilt [2]. Wer am Anfang den Button bekommt, wird ausgelost: Jeder zieht eine Karte, die höchste gewinnt [3]. Robert's Rules vergeben den Button bei gleich hohen Karten nach der Farbe. Die Reihenfolge ist Pik, Herz, Karo, Kreuz [2]. Diese Farbfolge gilt nur für solche Auslosungen. Über den Gewinner einer Hand entscheidet die Farbe nie [2].

Nach jeder Hand wandert der Button einen Platz im Uhrzeigersinn weiter [2, 3]. So sitzt jeder einmal auf der Position, die nach dem Flop zuletzt handelt [2].

Moving Button und Dead Button

Steigt ein Spieler aus, gibt es zwei Verfahren. Beim Moving Button rückt der Button immer zum nächsten Spieler, und die Blinds passen sich an. Dabei kann es in einer Hand zwei Big Blinds geben. Beim Dead Button setzt der Spieler den Big Blind, der an der Reihe ist. Small Blind und Button werden danach ausgerichtet, auch wenn einer davon vor einem leeren Platz liegt [2]. Turniere nach den TDA-Regeln spielen mit Dead Button [1].

Mischen, Blinds, Hole Cards

Eine Hand beginnt nach Robert's Rules mit dem ersten Riffeln beim Mischen [2]. Noch bevor jemand seine Karten ansieht, setzen zwei Spieler ihre Pflichteinsätze [2]. Der Spieler direkt links vom Button bringt den Small Blind, sein linker Nachbar den Big Blind, der doppelt so hoch ist [3]. Wie Small Blind, Big Blind und die Aktionen danach zusammenhängen, steht unter Setzrunden, Blinds und Aktionen.

Hände mischen ein Kartenspiel über einem grünen Filztisch, die Karten sind in der Bewegung unscharf
Bild: KI-generiert

Dann teilt der Geber aus. Jeder Spieler bekommt zwei Karten, eine nach der anderen, verdeckt auf den Tisch. Die erste Karte geht an den Spieler links vom Geber, also an den Small Blind [3]. Der Spieler am Button bekommt seine Karten jeweils zuletzt [2]. Diese zwei Karten heißen Hole Cards oder Pocket Cards. Außer ihrem Besitzer sieht sie niemand [3].

SchrittWas passiertKarten
1Small Blind und Big Blind setzenkeine
2Hole Cards einzeln im Uhrzeigersinn, beginnend beim Small Blind2 je Spieler, verdeckt
3erste Setzrunde (Preflop)keine
4Burn Card, dann Flop1 verdeckt, 3 offen
5zweite Setzrundekeine
6Burn Card, dann Turn1 verdeckt, 1 offen
7dritte Setzrundekeine
8Burn Card, dann River1 verdeckt, 1 offen
9letzte Setzrunde, danach gegebenenfalls Showdownkeine

Die erste Setzrunde eröffnet der Spieler links vom Big Blind. In allen späteren Runden beginnt der erste noch aktive Spieler links vom Button [2].

Flop, Turn und River

Ist die erste Setzrunde beendet, nimmt der Geber die oberste Karte vom Stapel und legt sie verdeckt beiseite. Dann deckt er die nächsten drei Karten auf. Diese drei heißen Flop und sind die ersten drei Gemeinschaftskarten [3]. Nach der zweiten Setzrunde legt er wieder eine Karte ab und dreht eine weitere um, den Turn, auch Fourth Street genannt. Nach der dritten Setzrunde folgt auf die gleiche Weise, wieder mit Burn Card, der River oder Fifth Street [1, 2]. Danach beginnt die vierte und letzte Setzrunde [3].

Drei offene Karten in einer Reihe auf grünem Filz, etwas abseits liegt eine verdeckte Karte
Bild: KI-generiert

Die Gemeinschaftskarten gehören allen. Jeder darf jede Kombination aus seinen zwei Karten und den fünf Karten in der Mitte nutzen, auch alle fünf Gemeinschaftskarten ohne eigene Karte [2]. Das nennt man "play the board". Wer so spielen will, muss das ansagen, bevor er seine Karten wegwirft, sonst verliert er jeden Anspruch auf den Pot [2].

Wozu die Burn Card dient

Die TDA-Regeln erklären die Burn Card mit der Sicherheit: Sie schütze den Reststapel. Es gehe nicht darum, eine bestimmte Reihenfolge der Karten zu erhalten. Verbrannt wird immer genau eine Karte je Runde, nie mehr [1].

Wie viele Karten gebraucht werden

Ein Pokerspiel hat 52 Karten [3]. Wie viele davon in einer Hand auf den Tisch kommen, hängt von der Zahl der Spieler ab. Zu den zwei Hole Cards je Spieler kommen fünf Gemeinschaftskarten und drei Burn Cards. Die Spielregel von Cartamundi nennt zwei bis zehn Spieler [3].

SpielerHole CardsBoard und Burn CardsKarten im SpielRest im Stapel
2481240
61282032
91882626
102082824

Die Zahlen gelten für eine Hand, die bis zum River läuft. Endet die Hand früher, weil alle anderen aussteigen, deckt der Geber keine weiteren Karten mehr auf.

Zwei Spieler: die Heads-up-Regel

Sitzen nur noch zwei Spieler am Tisch, ändert sich die Verteilung der Blinds. Nach den TDA-Regeln ist dann der Small Blind zugleich der Button und bekommt die letzte Karte. Er handelt vor dem Flop als Erster und auf allen späteren Straßen als Letzter [1]. Wenn aus drei Spielern zwei werden, kann es nötig sein, den Button zu versetzen, damit niemand zweimal hintereinander den Big Blind zahlt [1].

Fehler beim Geben

Robert's Rules und die TDA-Regeln behandeln das teils unterschiedlich. Die TDA-Regeln sind für Turniere geschrieben. Robert's Rules gibt es auch in einer Fassung für private Runden, die diese Seite zitiert [1, 2].

Eine einzelne offene Karte liegt zwischen mehreren verdeckten Karten auf grünem Filz
Bild: KI-generiert

Aufgedeckte Hole Cards

Nach Robert's Rules führt eine aufgedeckte erste oder zweite Karte zu einem Misdeal. Der Geber nimmt die Karten zurück, mischt neu und lässt neu abheben. Wird später eine andere Hole Card durch einen Fehler des Gebers aufgedeckt, läuft die Ausgabe weiter. Der Spieler darf die Karte nicht behalten. Er bekommt nach der Ausgabe die oberste Karte vom Stapel, und die aufgedeckte Karte wird zur Burn Card. Liegt mehr als eine Hole Card offen, wird neu gegeben [2]. Die TDA-Regeln zählen für Spiele mit Flop ebenfalls auf, dass es ein Misdeal ist, wenn eine der ersten beiden Karten vom Stapel oder zwei beliebige andere verdeckte Karten durch einen Fehler des Gebers offen liegen [1].

Weitere Gründe für ein Misdeal

Die TDA nennt unter anderem zwei oder mehr falsch herum im Stapel liegende Karten beim ersten Austeilen, die erste Karte am falschen Platz und Karten für einen Platz, dem keine Hand zusteht [1]. Robert's Rules ergänzen einen Button an der falschen Stelle und einen Spieler, der übergangen wurde, obwohl ihm eine Hand zusteht [2]. Haben bereits zwei Spieler nach den Blinds gehandelt, kann nach Robert's Rules kein Misdeal mehr ausgerufen werden. Die Hand wird zu Ende gespielt [2]. Die TDA-Regeln lassen nach wesentlicher Aktion ebenfalls kein Misdeal mehr zu, außer der Stapel ist fehlerhaft [1].

Zu früh oder zu viele Karten auf dem Board

Deckt der Geber die vierte Karte auf, bevor die Setzrunde beendet ist, kommt sie für diese Runde aus dem Spiel, auch wenn danach noch Spieler aussteigen. Die Setzrunde wird zu Ende gespielt. Dann verbrennt der Geber eine Karte und deckt an der Stelle der vierten Karte auf, was sonst die fünfte gewesen wäre. Nach dieser Runde mischt er den Stapel samt der herausgenommenen Karte, aber ohne Burn Cards und abgelegte Karten, lässt abheben und deckt die letzte Karte ohne Burn Card auf. Wird die fünfte Karte zu früh aufgedeckt, wird der Stapel auf dieselbe Weise neu gemischt [2]. Ein zu früh gelegter Flop wird nach Robert's Rules mit dem Reststapel gemischt, die Burn Card bleibt liegen, und der neue Flop kommt nach dem Abheben ohne weitere Burn Card [2]. Ein Flop mit zu vielen Karten wird nach Robert's Rules immer neu gegeben, selbst wenn klar ist, welche Karte zu viel war [2]. Die TDA-Regeln lösen den Flop mit vier Karten anders: Der Geber mischt die vier Karten verdeckt, und die Turnierleitung wählt eine davon zufällig als Burn Card aus [1]. Fehlt vor dem Flop die Burn Card und hat noch niemand gehandelt, werden die drei Karten verdeckt gemischt und eine davon wird zur Burn Card. Der Flop besteht dann aus den anderen beiden Karten und der nächsten Karte vom Stapel. Hat schon jemand gehandelt, und sei es nur ein Check, bleibt es bei den drei Karten [1].

Was nach der letzten Setzrunde passiert, wer seine Karten zuerst zeigt und wie ein Pot geteilt wird, erklärt die Seite Showdown, Split Pot und Side Pot. Den ganzen Spielablauf von den Blinds bis zum Showdown findest du unter Texas Hold'em: Regeln Schritt für Schritt, die Begriffe von Button bis River im Glossar. Wer die Kartenausgabe beim nächsten Spieleabend selbst übernimmt, findet Tipps zur Planung auf Spieleabend planen.

  1. Organisation Poker TDA Rules, 2026 Rules, Version 1.1. Poker Tournament Directors Association. Stand 21.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Robert's Rules of Poker (Fassung für private Runden). Robert Ciaffone, veröffentlicht auf pagat.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Texas Hold'em Rules (mehrsprachige Spielregel). Cartamundi. Stand 2019. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.