Pokerregeln für Texas Hold'emRatgeber

Texas Hold'em Regeln: eine Hand Schritt für Schritt erklärt

Beim Texas Hold'em bekommt jeder Spieler zwei verdeckte Karten, dazu kommen nacheinander fünf offene Gemeinschaftskarten: drei im Flop, eine im Turn, eine im River. Vor und nach jedem dieser Schritte wird gesetzt. Wer am Ende übrig bleibt oder beim Showdown aus sieben Karten die beste Fünf-Karten-Hand bildet, gewinnt den Pot.

Grüner Filztisch von oben mit fünf verdeckten Karten in der Mitte und je zwei Karten vor vier Plätzen
Bild: KI-generiert

Texas Hold'em ist ein Pokerspiel mit Gemeinschaftskarten. Jeder Spieler bekommt zwei verdeckte Karten für sich allein, die übrigen fünf Karten liegen offen in der Tischmitte und gehören allen [1, 2]. Ziel ist der Pot, also alle Chips, die während einer Hand gesetzt wurden [1]. Gewinnen kann man ihn auf zwei Wegen: Entweder steigen alle anderen aus, oder man hat beim Showdown die beste Hand aus fünf Karten [1]. Es spielen zwei bis zehn Personen an einem Tisch [1].

Was du brauchst

Gespielt wird mit einem normalen Kartenspiel aus 52 Karten ohne Joker, dazu kommen Pokerchips und ein Dealer-Button [1, 2]. Vor Beginn wird festgelegt, für wie viele Chips sich jeder einkaufen kann. In Heimrunden verteilt man die Chips oft einfach gleichmäßig an alle [1].

Ein Kartenstapel, eine runde Dealer-Scheibe und Chipstapel in drei Farben auf grünem Filz
Bild: KI-generiert

Den ersten Geber bestimmt man, indem jeder eine Karte zieht. Die höchste Karte bekommt den Dealer-Button [1]. Haben zwei Spieler denselben Wert, entscheidet nach Robert's Rules die Farbe in der Reihenfolge Pik, Herz, Karo, Kreuz [2]. Vor jeder Hand werden die Karten gemischt und abgehoben. Robert's Rules verlangen mindestens vier Mischgänge, und beim Abheben müssen auf beiden Teilen mindestens vier Karten liegen [2].

Eine Hand von Anfang bis Ende

Jede Hand läuft in derselben Reihenfolge ab. Nach dem Showdown oder dem Ausstieg aller anderen wandert der Button einen Platz im Uhrzeigersinn weiter, und die nächste Hand beginnt [1, 2].

Hände eines Gebers schieben drei Karten über grünen Filz in die Tischmitte
Bild: KI-generiert
  1. Blinds: Der Spieler links vom Button setzt den Small Blind, sein linker Nachbar den doppelt so hohen Big Blind [1]. Das geschieht, bevor jemand Karten sieht [2].
  2. Austeilen: Jeder bekommt zwei Karten verdeckt, einzeln nacheinander, beginnend beim Spieler links vom Geber [1].
  3. Erste Setzrunde: Es beginnt der Spieler links vom Big Blind. Jeder geht mit, erhöht oder steigt aus. Die Blinds zählen als Teil des Einsatzes [1].
  4. Flop: Der Geber legt die oberste Karte verdeckt beiseite und dreht dann drei Karten auf einmal um. Danach folgt die zweite Setzrunde [1, 2].
  5. Turn: Wieder wird eine Karte beiseitegelegt, dann die vierte Gemeinschaftskarte aufgedeckt. Es folgt die dritte Setzrunde [1].
  6. River: Nach einer weiteren beiseitegelegten Karte kommt die fünfte und letzte Gemeinschaftskarte. Dann folgt die vierte und letzte Setzrunde [1].
  7. Showdown: Sind danach noch mindestens zwei Spieler dabei, werden die Hände verglichen. Die beste gewinnt, gleich gute Hände teilen den Pot [1].

Die beiseitegelegte Karte heißt Burn Card. Sie liegt verdeckt unter einem Chip und dient der Sicherheit des Spiels [2]. Ab dem Flop beginnt jede Setzrunde mit dem ersten noch aktiven Spieler links vom Button. Hat in einer Runde nach dem Flop noch niemand gesetzt, kann man auch schieben, also ohne Einsatz im Spiel bleiben [1, 2]. Genaueres zum Austeilen steht unter Kartenausgabe und Reihenfolge beim Hold'em.

Die besten fünf aus sieben Karten

Am Ende hat jeder Spieler sieben Karten zur Auswahl: seine zwei eigenen und die fünf auf dem Tisch. Daraus darf er jede beliebige Kombination von fünf Karten bilden [2]. Er kann beide eigenen Karten nutzen, nur eine oder keine. Nimmt er nur die fünf Gemeinschaftskarten, spielt er das Board [2]. Das muss er nach Robert's Rules ansagen, bevor er seine Karten wegwirft, sonst verliert er jeden Anspruch auf den Pot [2].

Ein Beispiel: Auf dem Tisch liegen Herz-König, Herz-9, Herz-7, Herz-4 und Pik-2. Spieler A hält Herz-Ass und Karo-Dame, Spieler B hält Pik-König und Kreuz-König. A nutzt nur das Herz-Ass und hat mit den vier Herzkarten vom Tisch einen Flush. B hat mit seinen zwei Königen und dem König vom Tisch einen Drilling. Der Flush steht höher, A gewinnt. Die Rangfolge aller Hände steht auf der Seite Pokerhände: Rangfolge von High Card bis Royal Flush.

Hier unterscheidet sich Hold'em von Omaha. Dort bekommt jeder vier verdeckte Karten und muss genau zwei davon mit drei Karten vom Tisch kombinieren, das Board zu spielen ist dort nicht erlaubt [2].

Wie viel gesetzt werden darf

Vor dem Spiel muss feststehen, nach welcher Setzform gespielt wird. Beim No Limit darf jeder bis zu allen Chips setzen, die vor ihm liegen [3]. In der Spielregel von Cartamundi geht dabei jede Setzrunde so lange, bis alle verbliebenen Spieler gleich viel gesetzt haben [1]. Beim Pot Limit ist ein Einsatz höchstens so groß wie der Pot [2]. Beim Limit-Poker sind die Einsatzgrößen fest, in den späteren Runden meist doppelt so hoch, und in einer Runde sind höchstens drei Erhöhungen erlaubt [1, 3].

Gesetzt werden nur die Chips, die zu Beginn der Hand auf dem Tisch lagen. Nachkaufen ist nur zwischen zwei Händen möglich [3]. Wer nicht genug Chips hat, um einen Einsatz voll zu bezahlen, geht mit allem all-in und spielt dann nur noch um einen Teil des Pots [3]. Wie Blinds, Erhöhungen und All-ins im Einzelnen funktionieren, erklärt Setzrunden, Blinds und Aktionen.

Heads-up: zu zweit am Tisch

Bleiben nur zwei Spieler übrig, ändert sich die Reihenfolge. Der Small Blind sitzt dann auf dem Button [2, 4]. Er bekommt die Karten als Letzter, handelt vor dem Flop als Erster und in allen späteren Runden als Letzter [4]. Im Turnier kann der Button so versetzt werden, dass niemand zweimal hintereinander den Big Blind zahlt [4].

Zwei Erwachsene sitzen sich am kleinen grünen Tisch gegenüber, jeder mit zwei Karten und Chips
Bild: KI-generiert

Regeln gegen Streit am Tisch

Viele Auseinandersetzungen in Heimrunden lassen sich mit wenigen Grundregeln vermeiden. Robert's Rules of Poker, ein Regelwerk für private Runden, nennt unter anderem diese [2]:

  • Eine ausgesprochene Aktion gilt. Wer an der Reihe ist und "Call" sagt, muss mitgehen [2].
  • Jeder schützt seine Karten selbst, etwa mit einem Chip darauf. Wer das nicht tut, hat keinen Anspruch, wenn seine Hand versehentlich in den Ablagestapel gerät [2].
  • Die Karten bleiben sichtbar über der Tischkante und werden nicht ganz mit den Händen verdeckt [2].
  • Jede Hand spielt nur eine Person [2].
  • Beim Showdown zählen die Karten, die offen liegen, nicht die Ansage dazu [2].

Wird die erste Karte beim Austeilen versehentlich offen gegeben, wird neu gemischt und neu ausgeteilt [2]. Wird eine spätere Karte durch einen Fehler des Gebers sichtbar, läuft das Austeilen weiter. Der Spieler bekommt danach die oberste Karte vom Stapel als Ersatz, und die aufgedeckte Karte wird zur Burn Card [2]. Sind mehr als eine verdeckte Karte offen gegeben worden, wird neu ausgeteilt [2]. Liegen beim Flop zu viele Karten, wird er ebenfalls neu gegeben [2]. Weitere Fehler beim Geben und ihre Folgen sind auf der Seite zur Kartenausgabe beschrieben.

Neue Spieler und verpasste Blinds

In einer laufenden Runde muss jeder reihum einmal den Button bekommen und seine Blinds zahlen [2]. Wer neu dazukommt, hat nach Robert's Rules zwei Möglichkeiten: Er wartet, bis er mit dem Big Blind an der Reihe ist, oder er setzt sofort einen Betrag in Höhe des Big Blind und bekommt gleich Karten [2]. Zwischen Big Blind und Button darf niemand neu einsteigen, er muss warten, bis der Button vorbei ist [2].

Wer eine Pause macht und dabei Blinds verpasst, setzt bei der Rückkehr entweder alle verpassten Blinds nach oder wartet auf den Big Blind [2]. Im Turnier gibt es diese Wahl nicht: Dort werden für abwesende Spieler die Blinds automatisch gesetzt und Karten ausgeteilt. Ist der Spieler nicht am Platz, wenn alle ihre Startkarten haben, verfällt seine Hand [2].

Spielen um Geld

Zu Hause mit Spielchips ohne Geldeinsatz geht es nur um den Spaß. Sobald Geld im Spiel ist, gilt in Deutschland das Glücksspielrecht. Für öffentliches Glücksspiel schreibt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 vor, dass die Teilnahme von Minderjährigen unzulässig ist [5]. Im Internet darf eine Erlaubnis nur für die Bereiche erteilt werden, die der Vertrag aufzählt, darunter Online-Poker. Alle übrigen öffentlichen Glücksspiele im Internet sind verboten [5]. Was das für Heimrunden und Turniere bedeutet, steht unter Ist Poker Glücksspiel? Die Rechtslage in Deutschland.

Wie du einen Abend mit Freunden vorbereitest, mit Blindstruktur und Spielchips, beschreibt Pokerabend zu Hause organisieren. Welche Startkarten sich lohnen, erklärt Startkarten: welche Hände du spielen solltest. Weitere Kartenspiele für einen Spieleabend findest du auf spiele.domain-root.de unter Kartenspiele.

  1. Organisation Texas Hold'em Rules (mehrsprachige Spielregel). Cartamundi. Stand 2019. abgerufen am 29.10.2026
  2. Robert's Rules of Poker (Fassung für private Runden). Robert Ciaffone, veröffentlicht auf pagat.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Poker Betting and Showdown. John McLeod, pagat.com. Stand 24.04.2023. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Poker TDA Rules 2026, Version 1.1. Poker Tournament Directors Association. Stand 21.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Gesetz Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021), § 4 Allgemeine Bestimmungen zur Erlaubniserteilung. Bayern.Recht, Bayerische Staatskanzlei. Stand Fassung vom 29.10.2020, gültig ab 01.01.2023. abgerufen am 29.10.2026
  6. Behörde check-dein-spiel.de: Informationen und Beratung zu Glücksspielsucht. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.