Pokerregeln für Texas Hold'emRatgeber

Turnier oder Cash Game: wie sich die beiden Spielformen beim Poker unterscheiden

Im Cash Game stehen die Chips für den Einsatz, Spieler kommen und gehen, nachgekauft wird zwischen zwei Händen, und die Blinds bleiben gleich. Im Turnier zahlen alle eine Startgebühr, bekommen gleich viele Chips, die Blinds steigen in festen Abständen, und gespielt wird, bis die Plätze feststehen.

Zwei grüne Pokertische in einem ruhigen Saal, an einem sitzen wenige, am anderen alle Plätze besetzt
Bild: KI-generiert

Texas Hold'em wird in zwei Formen gespielt, die nach denselben Kartenregeln funktionieren, sich im Rahmen aber deutlich unterscheiden. Im Cash Game sitzt man an einem Tisch, an dem Bargeld in Chips getauscht wird, die man beim endgültigen Verlassen des Spiels wieder in Geld zurücktauscht [1, 3]. Beim Turnier spielen alle mit einer gleich großen Zahl an Chips gegen eine Startgebühr um Preise [1]. Robert's Rules of Poker, ein verbreitetes Regelwerk für private Runden, legt für Turniere eigene Vorschriften fest. Nach ihnen gelten dort alle Regeln des normalen Spiels, soweit das möglich ist [1].

Die Unterschiede auf einen Blick

Die folgende Übersicht stützt sich auf Robert's Rules of Poker und die Turnierregeln der Poker Tournament Directors Association (TDA), einem Branchenverband, der einheitliche Turnierregeln für die ganze Welt anstrebt [1, 2].

MerkmalCash GameTurnier
EinstiegMindesteinkauf, bei No Limit üblich das 40-Fache des Big BlindStartgebühr, jeder bekommt denselben Startstapel
Nachkaufenzwischen zwei Händen in beliebiger Höhenur, wenn das Turnier Rebuys oder Re-Entrys vorsieht
Blindsbleiben gleichsteigen in festen Abständen
Buttonmitlaufender oder toter Button möglichtoter Button
Kommen und Gehenjederzeit, mit Regeln für die Rückkehrfeste Sitzplätze nach Los, Ausscheiden mit dem letzten Chip
Endewenn die Runde aufhörtwenn die Preisplätze feststehen

Die Zahlen für den Einstieg sind Vorgaben von Robert's Rules und gelten nur, wenn am Tisch nichts anderes vereinbart ist [1].

Das Cash Game

Wer sich an einen Cash-Game-Tisch setzt, kauft sich mit einem vollen Einkauf ein. Bei Limit-Poker sind das nach Robert's Rules mindestens das Zehnfache des höchsten Einsatzes, bei No Limit und Pot Limit das 40-Fache des kleinsten Eröffnungseinsatzes, meist des Big Blind [1]. Nachlegen gilt nicht als neuer Einkauf und ist zwischen zwei Händen in beliebiger Höhe erlaubt [1].

Drei Erwachsene sitzen entspannt an einem grünen Tisch im Wohnzimmer, vor jedem unterschiedlich hohe Chipstapel
Bild: KI-generiert

Es gilt die Tischregel: Für eine Hand zählen nur die Chips, die zu Beginn auf dem Tisch lagen [1, 3]. Mehr als diesen Betrag kann man in einer Hand weder verlieren noch von einem anderen gewinnen [1]. Wer sich auszahlen lässt und innerhalb einer Stunde zurückkommt, muss sich nach Robert's Rules mit mindestens dem Betrag einkaufen, den er mitgenommen hat [1].

Einkauf in privaten Runden

John McLeod beschreibt auf pagat.com, wie private Runden den Einkauf meist regeln. Oft gibt es einen Mindesteinkauf, typischerweise das 10- bis 20-Fache des kleinsten Einsatzes, manchmal auch eine Obergrenze [3]. Durch Gewinne darf der eigene Stapel über diese Grenze wachsen, nachkaufen kann man dann aber nicht mehr [3]. Nach Robert's Rules ist pro Abend nur ein Einkauf unterhalb des Mindestbetrags erlaubt [1]. Bargeld hat dort nichts auf dem Tisch zu suchen, alles wird vorher in Chips getauscht [1]. Die Tischregel spielt nach Pagat vor allem bei No Limit und Pot Limit eine Rolle, bei niedrigen festen Limits ist sie weniger wichtig [3].

Regeln, die nur im Cash Game gelten

Einige Dinge sind nach Robert's Rules nur außerhalb von Turnieren erlaubt. Bei No Limit und Pot Limit darf ein Spieler direkt links vom Big Blind freiwillig einen Straddle setzen, also einen zusätzlichen Blind in doppelter Höhe des Big Blind. Er handelt dann in der ersten Runde als Letzter [1]. Steigen alle bis auf die beiden Blinds aus, dürfen sich diese einigen, ihre Blinds zurückzunehmen, wenn das am Tisch üblich ist [1]. Bei Limit-Poker darf zu zweit unbegrenzt erhöht werden [1]. Wer länger als 15 Minuten vom Tisch weg ist, riskiert, dass seine Chips abgeräumt werden [1].

Das Turnier

Ein Turnier ist ein Pokerwettbewerb, normalerweise mit Startgebühr und Preisen [1]. Jeder bezahlte Teilnehmer bekommt zu Beginn denselben Chipstapel, auch wenn er noch nicht am Platz ist. Fehlt er, werden für ihn Blinds gesetzt und Karten ausgeteilt [1]. Seine Hand ist aber nur gültig, wenn er am Platz ist, sobald alle ihre Startkarten haben [1, 2]. Für Nachzügler kann ein Startstapel auf einem freien Platz bereitliegen, damit alle Blinds korrekt bezahlt sind [1]. Andere Chips als die Turnierchips sind am Tisch nicht erlaubt [1].

Mehrere grüne Tische in einem hellen Saal, an jedem sitzen Erwachsene mit gleich hohen Chipstapeln
Bild: KI-generiert

Sitzplätze und Tische

Die Plätze werden zu Beginn ausgelost oder zugeteilt [1, 2]. Einen Platzwechsel gibt es nach dem Start nur, wenn die Turnierleitung ihn anordnet [1]. Scheiden Spieler aus, werden Tische nach einem festen Plan aufgelöst und die Spieler auf freie Plätze an anderen Tischen verteilt [1]. Muss jemand zum Ausgleich den Tisch wechseln, trifft es in Spielen mit Button den Spieler, der als Nächster den Big Blind zahlen würde [1, 2]. Bei mehr als sechs Tischen sollen sich die Tische um höchstens zwei Spieler unterscheiden, bei sechs oder weniger um höchstens einen. Ab drei Tischen wird neu gelost, wenn nur noch zwei Tische übrig sind, und noch einmal am Finaltisch [1].

Steigende Blinds und Chipwechsel

Limits und Blinds steigen in festgelegten Abständen [1]. Eine neue Stufe beginnt nach den TDA-Regeln, wenn die Uhr sie anzeigt oder die Turnierleitung sie ansagt, die neuen Beträge gelten ab der nächsten Hand [2]. Werden die kleinsten Chips nicht mehr gebraucht, kommen sie vom Tisch. Übrige kleine Chips werden in einem Chip Race ausgelost, bei dem niemand aus dem Turnier fliegen darf [1, 2].

Toter Button und Ausscheiden

Im Turnier muss jeder alle Blinds zahlen. Der Button bleibt deshalb stehen, bis die passenden Blinds gesetzt sind. Dadurch kann derselbe Spieler zweimal hintereinander als Letzter handeln, das nennt man toten Button [1, 2]. Wer seinen letzten Chip verliert, scheidet aus und muss den Platz sofort räumen [1]. Verlieren zwei Spieler in derselben Hand alles, belegt der den besseren Platz, der die Hand mit mehr Chips begonnen hat [1].

Regeln, die nur im Turnier gelten

Während einer laufenden Hand darf niemand seine Karten zeigen, solange noch mehr als zwei Spieler im Turnier sind. Das würde die übrigen Teilnehmer benachteiligen [1]. Ist ein Spieler all-in und sind alle Einsätze abgeschlossen, werden alle Hände offen hingelegt [1, 2]. Bei Limit-Poker gilt die Grenze von drei Erhöhungen auch zu zweit, ausgenommen die letzten beiden Spieler des Turniers [1]. Alle Turnierchips müssen sichtbar auf dem Tisch liegen. Wer Chips einsteckt, verliert sie und kann ausgeschlossen werden [1, 2]. Wer nach einem verlorenen All-in noch versteckte Chips findet, hat davon nichts. Er scheidet aus, wenn der Gegner genug Chips hatte, um auch diese abzudecken [1]. Private Absprachen über die Aufteilung der Preise heißt Robert's Rules nicht gut [1].

Online-Poker in Deutschland

Online-Poker um Geld darf in Deutschland nur mit einer Erlaubnis angeboten werden [4, 5]. Für Online-Poker gelten im Glücksspielstaatsvertrag 2021 besondere Vorschriften. Jede Spielvariante braucht vorher eine behördliche Genehmigung, nicht genehmigte Varianten gelten als unerlaubtes Glücksspiel [4]. Die Erlaubnis muss Obergrenzen für Mindesteinsätze, für das Spielguthaben am Tisch und für Turniergebühren festlegen [4].

Ein Erwachsener sitzt von hinten gesehen am Holzschreibtisch mit Tee und Notizblock am Abend
Bild: KI-generiert

Weitere Vorgaben betreffen den Ablauf. Es dürfen nur natürliche Personen gegeneinander spielen, und wer Programme einsetzt, die automatisiert in seinem Namen spielen, spielt unerlaubtes Glücksspiel [4]. Die Plätze an Tischen mit gleichem Angebot werden zufällig zugeteilt, eine Tischwahl gibt es nicht [4]. Mehrere Pokerspiele gleichzeitig zu spielen ist untersagt, die Behörde kann bis zu vier Tische gleichzeitig zulassen [4]. Welche Anbieter eine Erlaubnis haben, zeigt die amtliche Liste der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, die sogenannte Whitelist [6].

Wer häufiger um Geld spielt, kann sein eigenes Verhalten mit dem Glücksspiel-Test auf check-dich-selbst.de einschätzen. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit bietet auf check-dein-spiel.de einen Selbsttest, Online-Beratung und die kostenlose, anonyme Telefonberatung unter 0800 1 37 27 00 an [7]. Wie Poker rechtlich eingeordnet ist, erklärt Ist Poker Glücksspiel? Die Rechtslage in Deutschland.

Für ein Turnier mit Freunden ohne Geldeinsatz findest du eine Blindstruktur unter Pokerabend zu Hause organisieren. Wie Blinds und Erhöhungen funktionieren, steht unter Setzrunden, Blinds und Aktionen, die Verteilung von Haupt- und Nebentöpfen unter Showdown, Split Pot und Side Pot.

  1. Robert's Rules of Poker (Fassung für private Runden). Robert Ciaffone, veröffentlicht auf pagat.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Poker TDA Rules 2026, Version 1.1. Poker Tournament Directors Association. Stand 21.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Poker Betting and Showdown. John McLeod, pagat.com. Stand 24.04.2023. abgerufen am 29.10.2026
  4. Gesetz Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021), § 22b Online-Poker. Bayern.Recht, Bayerische Staatskanzlei. Stand Fassung vom 29.10.2020, gültig ab 01.01.2023. abgerufen am 29.10.2026
  5. Gesetz Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021), § 4 Allgemeine Bestimmungen zur Erlaubniserteilung. Bayern.Recht, Bayerische Staatskanzlei. Stand Fassung vom 29.10.2020, gültig ab 01.01.2023. abgerufen am 29.10.2026
  6. Behörde Whitelist: Übersicht der erlaubten Glücksspielanbieter. Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Stand 02.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Behörde check-dein-spiel.de: Informationen und Beratung zu Glücksspielsucht. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.