Pokerregeln für Texas Hold'emRatgeber

Pokerhände in der richtigen Reihenfolge: von High Card bis Royal Flush

Die Pokerhände von stark nach schwach: Royal Flush, Straight Flush, Vierling, Full House, Flush, Straße, Drilling, Zwei Paare, Ein Paar und High Card. Eine höhere Kategorie schlägt immer eine niedrigere. Bei gleicher Kategorie entscheiden die Kartenwerte und zuletzt der Kicker, die Farbe entscheidet nie.

Fünf verdeckte Spielkarten in einer Reihe und ein Stapel schlichter Chips auf grünem Filz
Bild: KI-generiert

Eine Pokerhand besteht immer aus genau fünf Karten. Wer mehr Karten zur Verfügung hat, wie beim Texas Hold'em mit zwei eigenen und fünf gemeinsamen Karten, sucht sich die besten fünf heraus. Die übrigen Karten zählen nicht, auch wenn sie höher sind [1]. Diese Rangfolge gilt für Hold'em, Omaha und Seven Card Stud gleichermaßen [1]. Varianten, in denen die niedrigste Hand gewinnt, haben eigene Regeln [2].

Die Rangfolge auf einen Blick

Eine Hand aus einer höheren Kategorie schlägt jede Hand aus einer niedrigeren [1]. Die Tabelle beginnt mit der stärksten Hand. In den Beispielen steht A für Ass, K für König, D für Dame und B für Bube.

Zwei Hände fächern verdeckte Spielkarten über einem grünen Filztisch auf
Bild: KI-generiert
RangHandAufbauBeispiel
1Royal FlushA, K, D, B, 10 in einer FarbeA-K-D-B-10 in Herz
2Straight Flushfünf Karten in Folge in einer Farbe9-8-7-6-5 in Pik
3Vierling (Four of a Kind)vier Karten gleichen Werts und eine BeikarteK-K-K-K-7
4Full Houseein Drilling und ein PaarD-D-D-9-9
5Flushfünf Karten einer Farbe, nicht in FolgeA-B-8-4-2 in Karo
6Straße (Straight)fünf Karten in Folge, gemischte Farben10-9-8-7-6
7Drilling (Three of a Kind)drei Karten gleichen Werts und zwei Beikarten8-8-8-K-4
8Zwei Paare (Two Pair)zwei Paare und eine BeikarteA-A-7-7-B
9Ein Paar (One Pair)zwei Karten gleichen Werts und drei BeikartenB-B-A-9-4
10High Cardkeine der Kombinationen obenA-B-8-5-3

Genau genommen ist der Royal Flush der höchste Straight Flush [1]. Die Spielregel des Kartenherstellers Cartamundi listet ihn trotzdem als eigene, zehnte Stufe, deshalb zählt auch die Tabelle oben zehn Pokerhände [5].

Die Hände im Einzelnen

Für jede Kategorie gibt es eine eigene Regel, wie zwei gleichartige Hände verglichen werden. Die folgenden Vergleichsregeln richten sich nach der Übersicht von John McLeod auf pagat.com zur Wertung im Standardpoker [1].

Straight Flush und Royal Flush

Ein Straight Flush besteht aus fünf aufeinanderfolgenden Karten derselben Farbe [2]. Zwischen zwei Straight Flushes entscheidet die höchste Karte [1]. Der Royal Flush mit dem Ass an der Spitze kann also nur von einem anderen Royal Flush erreicht werden, und dann wird geteilt.

Vierling

Vier Karten gleichen Werts plus eine fünfte Karte. Zuerst zählt der Wert der vier Karten, danach die Beikarte [1]. Beim Hold'em gibt es jeden Wert nur viermal im Spiel. Zwei Spieler können also nur dann denselben Vierling haben, wenn alle vier Karten offen auf dem Tisch liegen. Dann entscheidet die beste fünfte Karte.

Full House

Ein Full House ist ein Drilling plus ein Paar [2]. Zuerst wird der Drilling verglichen, danach das Paar [1]. Drei Damen mit zwei Neunen schlagen drei Buben mit zwei Assen, weil der Drilling höher ist.

Flush

Fünf Karten derselben Farbe, die Reihenfolge spielt keine Rolle [2]. Treffen zwei Flushes aufeinander, vergleicht man die Karten von der höchsten abwärts, bis sich eine unterscheidet [1]. Ein Flush mit A-D-9-6-3 schlägt einen mit A-D-9-5-4, weil die vierte Karte entscheidet.

Straße

Fünf Karten in direkter Folge, die Farben sind egal [2]. Es gewinnt die Straße mit der höheren obersten Karte [1]. Das Ass darf oben stehen (A-K-D-B-10) oder unten (5-4-3-2-A), aber nicht beides zugleich. Folgen wie D-K-A-2-3, die über das Ass hinweglaufen, sind keine Straße [1]. Die Straße 5-4-3-2-A ist damit die niedrigste, ihre höchste Karte ist die Fünf [1].

Drilling

Drei Karten gleichen Werts mit zwei Beikarten. Erst entscheidet der Wert des Drillings, dann die höhere und zuletzt die niedrigere Beikarte [1].

Zwei Paare

Verglichen wird zuerst das höhere Paar, dann das niedrigere, dann die fünfte Karte [1]. Asse und Zweien schlagen deshalb Könige und Damen. Wer beim Hold'em aus sieben Karten drei Paare bilden kann, wertet nur die beiden höchsten, die fünfte Karte wird dann die höchste übrige Karte.

Ein Paar und High Card

Bei einem Paar zählt zuerst der Wert des Paars, danach die drei Beikarten von der höchsten abwärts [1]. Hat niemand eine Kombination, werden alle fünf Karten der Reihe nach verglichen, beginnend mit der höchsten [1].

Gleichstand und Kicker

Der Kicker ist die höchste Karte, die nicht zur Kombination gehört und trotzdem über den Wert der Hand mitentscheidet [2]. Er kommt nur bei Händen vor, die weniger als fünf Karten für die eigentliche Kombination brauchen: Vierling, Drilling, Zwei Paare, Ein Paar und High Card. Straße, Flush, Full House und Straight Flush bestehen bereits aus fünf Karten, dort gibt es keine Beikarte.

Ein Beispiel beim Hold'em: Auf dem Tisch liegen K-8-5-3-2 in gemischten Farben. Spieler A hält K-D, Spieler B hält K-B. Beide haben ein Paar Könige. Die besten fünf Karten von A sind K-K-D-8-5, die von B K-K-B-8-5. Die Dame schlägt den Buben, A gewinnt. Ist auch die fünfte Karte gleich, wird der Pot geteilt [1].

Spielen die Farben eine Rolle?

Für den Vergleich von Händen haben die Farben im Standardpoker keinen Rang. Zwei Hände mit denselben Werten sind gleich stark und teilen sich den Pot [1]. Ein Herz-Flush A-B-8-4-2 ist also genauso viel wert wie ein Pik-Flush mit denselben Werten.

Vier ordentliche Stapel verdeckter Spielkarten und eine runde Dealer-Scheibe auf grünem Filz
Bild: KI-generiert

Eine Reihenfolge der Farben gibt es trotzdem: Pik, Herz, Karo, Kreuz, von oben nach unten [2]. Sie entscheidet nie, wer einen Pot gewinnt, wird aber für Nebenfragen gebraucht [2]. Zu Beginn einer Partie ziehen alle eine Karte, und die höchste Karte bekommt den Dealer-Button, bei gleichem Wert entscheidet die Farbe [2]. In Stud-Spielen ohne Button verteilt man so auch einen übrig bleibenden Chip bei einem geteilten Pot [2]. Manche Hausregeln nutzen die Farbe doch als Entscheidung bei Gleichstand. Das muss vor dem Spiel vereinbart sein [1].

Fünf aus sieben beim Hold'em

Beim Texas Hold'em darf jeder Spieler jede Kombination von fünf Karten aus seinen zwei verdeckten Karten und den fünf Gemeinschaftskarten nutzen. Er kann beide eigenen Karten verwenden, nur eine oder gar keine [2]. Spielt jemand nur die fünf Karten auf dem Tisch, heißt das "das Board spielen" [2]. Im Turnier muss man dafür nach den Regeln der Tournament Directors Association trotzdem beide verdeckten Karten offen zeigen, um einen Anteil am Pot zu bekommen [4].

Bei anderen Varianten gelten andere Vorgaben. Beim Omaha muss der Spieler genau zwei seiner vier verdeckten Karten und drei Karten vom Tisch verwenden. Die Regel, nur das Board zu spielen, gilt dort nicht [2]. Mehr dazu steht auf der Seite Omaha Poker: Regeln und Unterschiede.

Wie selten die Hände sind

Aus einem Spiel mit 52 Karten lassen sich 2.598.960 verschiedene Hände mit fünf Karten bilden [3]. Die Rangfolge folgt der Häufigkeit dieser Fünf-Karten-Hände: Je seltener eine Kategorie, desto höher steht sie [1].

Eine einzelne verdeckte Spielkarte liegt auf einem hohen Stapel schlichter Chips vor grünem Hintergrund
Bild: KI-generiert
HandAnzahl bei 5 KartenAnteil bei 5 KartenAnteil beste Hand aus 7 Karten
Royal Flush40,00015 %0,0032 %
Straight Flush360,0014 %0,028 %
Vierling6240,024 %0,17 %
Full House3.7440,14 %2,60 %
Flush5.1080,20 %3,03 %
Straße10.2000,39 %4,62 %
Drilling54.9122,11 %4,83 %
Zwei Paare123.5524,75 %23,5 %
Ein Paar1.098.24042,3 %43,8 %
High Card1.302.54050,1 %17,4 %

Ein Royal Flush kommt bei fünf zufälligen Karten also in einer von 649.740 Händen vor [3]. Wer beim Hold'em bis zum River dabeibleibt und aus sieben Karten wählt, trifft ihn ungefähr einmal in 30.940 Fällen [3]. Mit sieben Karten verschieben sich die Anteile deutlich: Zwei Paare werden häufiger als eine reine High Card, und mindestens ein Paar hat man in rund 82,6 Prozent der Fälle [3]. Die Rangfolge bleibt trotzdem die der Fünf-Karten-Hände, weil am Ende immer fünf Karten gewertet werden. Wie sich daraus Chancen für einzelne Situationen am Tisch berechnen lassen, erklärt Wahrscheinlichkeiten beim Poker.

Typische Verwechslungen

Drei Fehler kommen in Heimrunden immer wieder vor. Der Flush steht über der Straße, weil er bei fünf Karten seltener ist: 5.108 gegen 10.200 Hände [3]. Ein Drilling schlägt zwei Paare, auch wenn zwei Paare aus mehr "Treffern" zu bestehen scheinen [1]. Und beim Full House zählt zuerst der Drilling, nicht das Paar [1].

Auch bei der Straße wird gern gestritten. Eine Folge, die über das Ass hinweg weiterläuft, gilt nicht [1]. Wer K-A-2-3-4 in gemischten Farben hält, hat nur eine High Card mit dem Ass. Am Tisch hilft die Regel, dass die Karten für sich sprechen: Gewertet wird, was offen liegt, unabhängig davon, was ein Spieler ansagt [2, 4].

Ob eine bestimmte Hand gewinnt, kannst du mit dem Werkzeug Welche Hand gewinnt? Pokerhände vergleichen prüfen. Wie eine ganze Runde abläuft, steht unter Texas Hold'em: Regeln Schritt für Schritt, die Wertung am Ende mit geteilten Pots unter Showdown, Split Pot und Side Pot. Weitere Kartenspiele mit festen Kombinationen findest du auf spiele.domain-root.de unter Kartenspiele.

  1. Poker Hand Ranking. John McLeod, pagat.com. Stand 21.03.2012. abgerufen am 29.10.2026
  2. Robert's Rules of Poker (Fassung für private Runden). Robert Ciaffone, veröffentlicht auf pagat.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Poker probability. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Poker TDA Rules 2026, Version 1.1. Poker Tournament Directors Association. Stand 21.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Texas Hold'em Rules (mehrsprachige Spielregel). Cartamundi. Stand 2019. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.