PokervariantenRatgeber
Omaha Poker: Regeln, die Zwei-plus-drei-Regel und Pot Limit
Omaha läuft ab wie Texas Hold'em mit Blinds, Flop, Turn und River, aber jeder Spieler bekommt vier verdeckte Karten statt zwei. Beim Showdown muss jeder genau zwei eigene Karten mit genau drei Gemeinschaftskarten kombinieren. Gespielt wird oft mit Pot Limit, abgekürzt PLO.

Omaha ist eine recht junge Pokervariante. Nach pagat.com wurde es vermutlich in den 1980er-Jahren eingeführt und schnell bei Spielern in Kartenräumen und Turnieren beliebt [1]. Es gehört wie Texas Hold'em zu den Spielen mit Gemeinschaftskarten [1]. Ablauf und Setzrunden gleichen dem Hold'em, für die Wertung gilt eine eigene Regel [2]. Den Hold'em-Ablauf findest du unter Texas Hold'em: Regeln Schritt für Schritt.
Spieler, Karten und Ablauf
Omaha spielen zwei bis zehn Personen mit einem normalen Blatt aus 52 Karten [1]. Meist gibt es keine Ante, aber Blinds: Links vom Geber setzt ein Spieler den Small Blind, der nächste den Big Blind. Der Big Blind entspricht dem Mindesteinsatz, der Small Blind ist typischerweise halb so groß [1]. Spielen nur zwei Personen, setzt der Geber den Small Blind [1].
- Der Geber verbrennt eine Karte und teilt einzeln verdeckt aus, bis jeder vier Karten hat [1].
- Erste Setzrunde ab dem Spieler links vom Big Blind. Der Big Blind handelt zuletzt und darf erhöhen, auch wenn alle nur mitgegangen sind [1].
- Flop: eine Karte verbrennen, drei Karten offen in die Mitte, zweite Setzrunde [1].
- Turn: eine Karte verbrennen, eine offen, dritte Setzrunde [1].
- River: eine Karte verbrennen, eine offen, letzte Setzrunde und danach der Showdown [1].
Ab dem Flop beginnt jede Setzrunde der erste aktive Spieler links vom Geber [1]. Die Setzrunden laufen wie beim Hold'em, Robert's Rules of Poker übernehmen für Omaha alle Hold'em-Regeln bis auf eine [2]. Diese Ausnahme betrifft die Wertung. Wie Blinds und Erhöhungen funktionieren, erklärt Setzrunden, Blinds und Aktionen.
Die Zwei-plus-drei-Regel
Beim Showdown bildet jeder Spieler die höchste Pokerhand aus fünf Karten. Dafür muss er genau zwei seiner vier Karten und genau drei der fünf Gemeinschaftskarten verwenden [1, 2]. Das Board allein zu spielen, wie es beim Hold'em erlaubt ist, geht beim Omaha deshalb nicht [2]. Auch mit drei oder vier eigenen Karten darf keine Hand gebildet werden. Die zwei übrigen eigenen Karten und die zwei übrigen Gemeinschaftskarten spielen für den Vergleich keine Rolle [1].
Zwei Beispiele zeigen, wie stark die Regel wirkt. Beide sind nach der Regel ausgewertet (eigene Rechnung):
| Gemeinschaftskarten | Deine vier Karten | Beste Hand im Omaha | Zum Vergleich |
|---|---|---|---|
| Herz König, Herz Neun, Herz Sechs, Herz Drei, Kreuz Zwei | Herz Ass, Pik Dame, Karo Dame, Kreuz Sieben | ein Paar Damen | Im Hold'em hätte Herz Ass mit vier Herz auf dem Board einen Flush ergeben. |
| Pik Ass, Karo Ass, Kreuz Ass, Herz Acht, Karo Vier | Herz Ass, Pik König, Kreuz Neun, Karo Zwei | Vierling Asse mit König | Hier reicht es, weil Herz Ass und Pik König genau zwei eigene Karten sind. |
Für einen Flush brauchst du also zwei eigene Karten der Farbe und drei auf dem Board. Liegen vier Karten einer Farbe offen, hilft eine einzelne passende Karte auf der Hand nicht. Dasselbe gilt für Straßen: Auch wenn vier Karten in Folge auf dem Board liegen, brauchst du zwei passende eigene Karten. Die Rangfolge der Hände selbst ist dieselbe wie beim Hold'em und steht unter Pokerhände: Rangfolge von High Card bis Royal Flush.
Alle vier Karten zeigen
Um den Pot zu gewinnen, muss ein Spieler beim Showdown alle vier Karten zeigen, auch wenn nur zwei davon zählen [1, 2]. Die Turnierregeln der Tournament Directors Association verlangen ebenfalls alle vier Karten offen [3]. Die Karten sprechen für sich: Die beste Hand gewinnt, wenn sie gezeigt wird, auch wenn ihr Besitzer das nicht erkennt [1]. Die Reihenfolge beim Aufdecken ist dieselbe wie beim Hold'em, mehr dazu unter Showdown, Split Pot und Side Pot.
Omaha und Hold'em im Vergleich
| Merkmal | Texas Hold'em | Omaha |
|---|---|---|
| Eigene Karten | 2 | 4 |
| Gemeinschaftskarten | 5 | 5 |
| Bildung der Hand | beliebige 5 aus 7 | genau 2 eigene und genau 3 vom Board |
| Mögliche Fünferhände je Spieler beim Showdown | 21 | 60 |
| Verschiedene Starthände | 1.326 | 270.725 |
| Starthand mit mindestens zwei Assen | 0,45 % | 2,57 % |
| Starthand mit mindestens einem Paar | 5,88 % | 32,39 % |
Die Zeilen ab "Mögliche Fünferhände" sind eigene Rechnungen. Mit vier Karten kann jeder Spieler sechs Paare eigener Karten bilden, jedes davon mit zehn Dreiergruppen vom Board. Daraus folgen die 60 Fünferhände. Starthände mit zwei Assen kommen beim Omaha also fast sechsmal so oft vor wie beim Hold'em (eigene Rechnung).
Warum Hände näher beieinander liegen
Weil jeder Spieler mehr Kombinationen hat, entstehen häufiger starke Hände, und ein einzelnes hohes Paar ist weniger wert. Ein Rechenbeispiel zeigt das: Beim Hold'em gewinnen Pik Ass und Herz Ass vor dem Flop gegen Pik König und Herz König in 82,36 Prozent der Fälle, das ist eine Auszählung auf unserer Seite Poker-Odds-Rechner. Beim Omaha liegt Pik Ass, Herz Ass, Kreuz Sieben, Karo Zwei gegen Pik König, Herz König, Karo Dame, Karo Bube nur bei rund 62 Prozent. Der Wert stammt aus einer eigenen Simulation mit 40.000 zufälligen Boards, die Abweichung liegt unter einem Prozentpunkt. Die Könige kommen hier näher heran, weil Dame und Bube in derselben Farbe Straßen und einen Flush möglich machen. Halten die Könige dagegen ebenfalls nur eine Sieben und eine Zwei dazu (Karo Sieben, Kreuz Zwei), kommen die Asse in derselben Simulation auf rund 80 Prozent.
Pot Limit Omaha
Omaha High wird oft mit der Pot-Limit-Struktur gespielt, abgekürzt PLO; andere Limits sind möglich [1]. Beim Pot Limit ist der höchste Einsatz so groß wie der Pot. Bei einer Erhöhung zählt, was im Pot läge, wenn der Spieler zuerst den letzten Einsatz mitginge [4].
Ein Beispiel nach pagat: Zu Beginn einer Setzrunde liegen 50 im Pot. Spieler A setzt 50, das Maximum. Ginge B mit, lägen 150 im Pot, also darf B um bis zu 150 erhöhen und bringt dafür insgesamt 200 [4]. Danach liegen 300 im Pot [4]. C müsste 200 bezahlen und darf um bis zu 500 erhöhen, also insgesamt 700 bringen [4].
Robert's Rules erlauben in Pot-Limit-Spielen um Geld eine Vereinfachung: Der Small Blind wird beim Berechnen des Pots so behandelt, als wäre er so groß wie der Big Blind. Dann darf ein Spieler vor dem Flop auf höchstens das Vierfache des Big Blind eröffnen, bei Blinds von 5 und 10 also auf 40 [2]. Ein zu großer Einsatz wird auf das erlaubte Maximum gekürzt, den Überschuss bekommt der Spieler zurück [2].
Omaha High-Low und weitere Formen
Sehr oft wird Omaha so gespielt, dass sich die höchste und die niedrigste Hand den Pot teilen. Weil eine niedrige Hand keine Karte über acht haben darf, heißt das Spiel Omaha High-Low Eight or Better oder kurz Omaha/8. Meist wird es mit festen Limits gespielt, nach dem Turn verdoppelt sich die Einsatzgröße [1].
- Für die hohe und die niedrige Hand gilt je die Zwei-plus-drei-Regel, aber nicht unbedingt mit denselben Karten [1, 2].
- Eine niedrige Hand braucht fünf verschiedene Werte von acht abwärts. Das Ass zählt niedrig, Straßen und Flushes zählen nicht. Die beste niedrige Hand ist A-2-3-4-5, die schlechteste 8-7-6-5-4 [1].
- Verglichen wird von der höchsten Karte abwärts: 7-5-4-3-2 schlägt 7-6-3-2-A [1].
- Hat niemand eine niedrige Hand, gewinnt die höchste Hand den ganzen Pot. Das ist sicher der Fall, wenn auf dem Board keine drei verschiedenen Karten unter neun liegen [1].
Neben Omaha mit vier Karten gibt es Formen mit fünf oder sechs eigenen Karten, die manchmal Big O genannt werden. Auch dort gilt: genau zwei eigene und genau drei Gemeinschaftskarten [1]. Bei Courchevel, verbreitet in Frankreich, bekommt jeder fünf Karten, und eine Gemeinschaftskarte liegt schon vor der ersten Setzrunde offen [1]. Weitere Varianten im Überblick findest du unter Pokervarianten.
Was Umsteiger von Hold'em beachten
Prüf vor jedem Einsatz, welche zwei Karten deiner Hand mit welchen drei Boardkarten zusammenpassen. Vier Karten einer Farbe auf dem Board sind für dich nur ein Flush, wenn du zwei Karten dieser Farbe hältst. Für eine Straße gilt dasselbe: Es zählen immer genau zwei Karten aus deiner Hand. Wie du deine Chancen mit Outs abschätzt, steht unter Pot Odds und Outs berechnen; die Tabellen dort gelten für Hold'em, die Methode ist dieselbe. Weitere Kartenspiele findest du auf spiele.domain-root.de unter Kartenspiele. Wann Poker um Geld als Glücksspiel gilt, erklärt Ist Poker Glücksspiel? Die Rechtslage in Deutschland.
- Omaha Poker. John McLeod, pagat.com. Stand 04.03.2017. abgerufen am 29.10.2026
- Robert's Rules of Poker (Fassung für private Runden). Robert Ciaffone, veröffentlicht auf pagat.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Poker TDA Rules 2026, Version 1.1. Poker Tournament Directors Association. Stand 21.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Poker Betting and Showdown. John McLeod, pagat.com. Stand 24.04.2023. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde check-dein-spiel.de: Informationen und Beratung zu Glücksspielsucht. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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