Pokerregeln für Texas Hold'emRatgeber

Showdown beim Poker: wer zuerst zeigt, wann geteilt wird und wie Side Pots entstehen

Beim Showdown zeigt zuerst, wer in der letzten Setzrunde als Letzter gesetzt oder erhöht hat; haben alle geschoben, beginnt der erste Spieler der Runde. Gleich starke Hände teilen sich den Pot, die Farbe entscheidet nie. Ist ein Spieler all-in, spielt er nur um den Hauptpot, alle weiteren Einsätze bilden einen Side Pot.

Zwei Erwachsene drehen am grünen Filztisch ihre Karten um, in der Mitte liegt ein großer Chiphaufen
Bild: KI-generiert

Der Showdown ist der letzte Schritt einer Hand: Nach der letzten Setzrunde wird festgestellt, wer den Pot gewinnt [1]. Dazu kommt es nur, wenn nach dem River noch mindestens zwei Spieler im Spiel sind. Steigen vorher alle bis auf einen aus, gewinnt dieser den Pot, ohne seine Karten zeigen zu müssen [2, 3]. Gewertet werden beim Hold'em die besten fünf Karten aus den zwei eigenen und den fünf Gemeinschaftskarten. Die Rangfolge steht auf der Seite Pokerhände: Rangfolge von High Card bis Royal Flush.

Wer zuerst aufdeckt

Hat in der letzten Setzrunde jemand gesetzt oder erhöht, zeigt der Spieler zuerst, der als Letzter gesetzt oder erhöht hat. Haben alle nur geschoben, deckt zuerst auf, wer in dieser Runde als Erster an der Reihe war [1, 3]. Danach geht es im Uhrzeigersinn weiter [4].

Ein Erwachsener legt am grünen Pokertisch zwei Karten ab, die Mitspieler schauen unscharf im Hintergrund zu
Bild: KI-generiert

Robert's Rules of Poker bitten Spieler mit einer wahrscheinlich gewinnenden Hand, sie ohne Zögern zu zeigen, damit das Spiel weiterläuft [1]. Wer sieht, dass er nicht mehr gewinnen kann, darf seine Karten verdeckt abwerfen, ohne sie zu zeigen [4]. Werfen alle anderen verdeckt ab, gewinnt der letzte Spieler mit Karten den Pot, auch ohne aufzudecken [3].

Wenn jemand all-in ist

Sobald ein Spieler all-in ist und alle anderen Einsätze abgeschlossen sind, werden alle Hände sofort offen auf den Tisch gelegt. Das gilt für den Hauptpot und jeden Side Pot [3]. Die restlichen Gemeinschaftskarten werden dann ohne weitere Setzrunde offen ausgeteilt [4]. Gibt es einen Side Pot, zeigen die Spieler, die um ihn spielen, ihre Karten vor dem Spieler, der nur am Hauptpot beteiligt ist [1].

Die Karten sprechen für sich

Am Ende zählt, was offen auf dem Tisch liegt. Ansagen wie "Ich habe einen Flush" sind nicht bindend, der wahre Wert der Karten gilt [1, 3]. Wer allerdings absichtlich eine falsche Hand ansagt, damit ein Gegner eine bessere Hand wegwirft, handelt unredlich und kann den Pot verlieren [1]. Im Turnier darf die Turnierleitung dafür Strafen verhängen [3].

Um etwas vom Pot zu bekommen, muss ein Spieler alle seine Karten offen hinlegen. Beim Hold'em heißt das: beide verdeckten Karten [1, 3]. Der Geber darf eine korrekt aufgedeckte Hand, die klar gewinnt, nicht aus dem Spiel nehmen [3]. Wer eine Gewinnerhand verdeckt in den Ablagestapel wirft, hat dagegen keinen Anspruch mehr [3]. Verdeckt abgelegte Karten bleiben im Turnier nur so lange gültig, wie sie eindeutig erkennbar und wieder herauszuholen sind [3].

Das Board spielen

Bilden die fünf Gemeinschaftskarten die beste Hand, kann ein Spieler sie ohne eigene Karte nutzen [1]. In Robert's Rules muss er das ansagen, bevor er seine Karten wegwirft, sonst verliert er jeden Anspruch auf den Pot [1]. Die Turnierregeln der Tournament Directors Association verlangen, dass er beide verdeckten Karten offen zeigt [3].

Karten anderer Spieler sehen

In privaten Runden nach Robert's Rules darf jeder, der Karten bekommen hat, eine gecallte Hand ansehen lassen, auch wenn sie schon abgeworfen wurde. Wer dieses Recht ausnutzt, kann es verlieren [1]. Die Turnierregeln sind enger: Wer keine Karten mehr hält, verliert das Recht. Gab es am River einen Einsatz, darf ein Spieler, der mitgegangen ist und seine Karten noch hat, die Hand des letzten Angreifers sehen [3].

Split Pot: wenn zwei Hände gleich sind

Haben zwei oder mehr Spieler gleich gute Hände, teilen sie den Pot zu gleichen Teilen [4]. Die Farben haben dabei keinen Rang und entscheiden nie über einen Pot [1, 5]. Ein Herz-Flush ist genauso viel wert wie ein Pik-Flush mit denselben Kartenwerten.

Zwei Hände schieben einen Chiphaufen auf grünem Filz in zwei gleich große Stapel auseinander
Bild: KI-generiert

Beim Hold'em kommt ein Split Pot oft vor, wenn die Gemeinschaftskarten die beste Hand bilden. Liegt etwa eine Straße 10-9-8-7-6 auf dem Tisch und hat niemand einen Buben oder ein besseres Blatt, spielen alle verbliebenen Spieler dieselbe Straße und teilen. Ebenso teilen sich zwei Spieler den Pot, wenn ihre besten fünf Karten dieselben Werte haben und sich nur in einer sechsten oder siebten Karte unterscheiden. Diese Karten zählen nicht [5].

Der übrige Chip

Lässt sich der Pot nicht glatt teilen, wird der übrige Chip zuerst in die kleinste Einheit getauscht, die im Spiel ist [1, 3]. Bleibt dann noch etwas übrig, bekommt in Spielen mit Button die erste beteiligte Hand links vom Button den zusätzlichen Chip [1, 3]. Kein Spieler erhält mehr als einen übrigen Chip [1]. In Varianten, bei denen sich hohe und niedrige Hand den Pot teilen, geht der übrige Chip an die hohe Hand [1, 3].

Ein Beispiel: Drei Spieler teilen einen Pot von 100 Chips, der kleinste Chip ist 1. Jeder bekommt 33, ein Chip bleibt übrig. Ihn erhält der Gewinner, der vom Button aus im Uhrzeigersinn als Erster sitzt. Er nimmt also 34 Chips.

Side Pot: wenn ein Spieler all-in ist

Ein Spieler, der einen Einsatz nicht voll bezahlen kann, setzt alle seine Chips. In den Hauptpot geht dann von jedem aktiven Spieler der gleiche Betrag. Was die anderen darüber hinaus setzen, landet in einem Side Pot [4]. Der Spieler, der all-in ist, kann nur den Hauptpot gewinnen, und zwar höchstens so viel, wie er selbst von jedem Gegner ausgleichen konnte [4]. Jeder Side Pot wird einzeln vergeben und nicht mit dem Hauptpot vermischt [1, 3].

Zwei getrennte Chiphaufen in der Mitte eines grünen Filztisches, einer klein und einer größer
Bild: KI-generiert

Ein Rechenbeispiel ohne Blinds: A hat 30 Chips, B hat 80, C hat 200. A geht all-in, B geht mit allen 80 Chips all-in, C geht mit.

TopfWer zahlt einBetragWer kann gewinnen
HauptpotA, B und C je 3090A, B oder C
Side PotB und C je 50100B oder C

C muss nur 80 Chips setzen, weil kein Gegner mehr einbringen kann, seine übrigen 120 Chips bleiben vor ihm. Hat A die beste Hand, gewinnt A den Hauptpot mit 90 Chips. Den Side Pot mit 100 Chips bekommt der Bessere von B und C. Hat B die beste Hand, gewinnt B beide Töpfe, also 190 Chips.

Abgerechnet wird nach Pagat von hinten nach vorn: zuerst der zuletzt entstandene Side Pot, dann die früheren, zuletzt der Hauptpot [4]. Wer zwischendurch ausgestiegen ist, kann keinen Topf mehr gewinnen, seine Chips bleiben aber im Pot [4]. Setzt ein Spieler mehr, als irgendein Gegner noch bezahlen kann, entsteht ein Topf, an dem nur er beteiligt ist. Diesen Betrag bekommt er zurück [4].

Zweimal austeilen und Absprachen

Ist bei No Limit oder Pot Limit ein Spieler all-in und wird nicht mehr gesetzt, dürfen sich die Beteiligten nach Robert's Rules darauf einigen, die restlichen Karten zweimal oder dreimal auszuteilen [1]. Der Pot wird dann geteilt, und um jeden Teil wird mit eigenen Karten gespielt [1]. Andere Absprachen sind dort ausgeschlossen: Einen Pot vorab einvernehmlich aufzuteilen ist nicht erlaubt, ebenso wenig Versicherungswetten auf den Ausgang [1]. Einzige Ausnahme in Spielen ohne Turnier: Steigen alle bis auf die beiden Blinds aus, dürfen sich diese darauf einigen, ihre Blinds zurückzunehmen, wenn das am Tisch üblich ist [1].

Showdown im Turnier

Im Turnier geht es am Ende auch um Platzierungen. Scheiden zwei oder mehr Spieler in derselben Hand aus, liegt nach Robert's Rules der Spieler vorn, der die Hand mit mehr Chips begonnen hat [1]. Die Regeln der Tournament Directors Association sehen das bei Turnieren mit Big-Blind-Ante für die bezahlten Plätze ebenso vor, gerechnet nach dem Setzen der Ante [3]. Außerdem darf im Turnier während einer laufenden Hand niemand seine Karten zeigen, solange mehr als zwei Spieler im Turnier sind [1]. Was Turniere sonst von Cash Games unterscheidet, steht unter Turnier und Cash Game: die Unterschiede.

Welche Hand in einer bestimmten Lage gewinnt, rechnet das Werkzeug Welche Hand gewinnt? Pokerhände vergleichen aus. Wie es überhaupt zu einem All-in kommt und wie hoch eine Erhöhung sein muss, erklärt Setzrunden, Blinds und Aktionen. Den ganzen Ablauf von den Blinds bis zum River beschreibt Texas Hold'em: Regeln Schritt für Schritt. Weitere Kartenspiele mit festen Wertungsregeln findest du auf spiele.domain-root.de unter Kartenspiele.

  1. Robert's Rules of Poker (Fassung für private Runden). Robert Ciaffone, veröffentlicht auf pagat.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Texas Hold'em Rules (mehrsprachige Spielregel). Cartamundi. Stand 2019. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Poker TDA Rules 2026, Version 1.1. Poker Tournament Directors Association. Stand 21.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Poker Betting and Showdown. John McLeod, pagat.com. Stand 24.04.2023. abgerufen am 29.10.2026
  5. Poker Hand Ranking. John McLeod, pagat.com. Stand 21.03.2012. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.