Pokerstrategie für EinsteigerRatgeber
Startkarten: welche Hände du spielen solltest
Bei Texas Hold'em gibt es 169 verschiedene Starthände. Zu den stärksten zählen hohe Paare wie Asse, Könige und Damen sowie Ass-König. In früher Position spielst du nur wenige starke Hände, in später Position darfst du die Auswahl erweitern.

Die erste Entscheidung jeder Hand fällt, bevor eine Karte auf dem Tisch liegt: Spielst du deine zwei Karten oder wirfst du sie weg? Die meisten Starthände sind auf lange Sicht schwach, und wer zu viele davon spielt, verliert Chips in Situationen, die er nicht gewinnen kann.
Wie viele Starthände es gibt
Aus einem Blatt mit 52 Karten lassen sich 1.326 verschiedene Paare von verdeckten Karten bilden [1, 4]. Da die Farben bei Hold'em keinen eigenen Wert haben, sind viele davon vor dem Flop gleich stark. Ass und Bube in Herz sind genauso viel wert wie Ass und Bube in Pik [1]. Übrig bleiben 169 unterschiedliche Starthände: 13 Paare, 78 Hände mit zwei Karten derselben Farbe und 78 Hände mit zwei Karten verschiedener Farben [1, 4].
Für die Schreibweise gibt es eine feste Konvention. Ein angehängtes "s" steht für suited, also gleiche Farbe, ein "o" für offsuit, also verschiedene Farben [1]. AKo ist demnach Ass und König in verschiedenen Farben, JTs Bube und Zehn in derselben Farbe, und QQ steht für ein beliebiges Paar Damen [1]. Im Englischen steht T für die Zehn, Q für die Dame und J für den Buben.
Wie oft du welche Hand bekommst
Die 169 Starthände sind nicht gleich häufig. Jedes einzelne Paar lässt sich auf sechs Arten bilden, also gibt es 78 Kombinationen für Paare. Daraus folgt: Ungefähr jede 17. Hand ist ein Paar [1]. Eine Hand mit zwei Karten derselben Farbe bekommst du in 23,53 Prozent der Fälle, ungepaarte Hände mit verschiedenen Farben machen 70,59 Prozent aus [1].
| Starthand | Kombinationen | Anteil | ungefähr eine von |
|---|---|---|---|
| irgendein Paar | 78 | 5,88 % | 17 |
| ein bestimmtes Paar, etwa AA | 6 | 0,45 % | 221 |
| AA oder KK | 12 | 0,90 % | 111 |
| AK in beliebigen Farben | 16 | 1,21 % | 83 |
| AKs (gleiche Farbe) | 4 | 0,30 % | 332 |
| zwei Karten derselben Farbe | 312 | 23,53 % | 4 |
| ungepaart, verschiedene Farben | 936 | 70,59 % | 1,4 |
Die Zeilen zu AA, AK und AKs sind eine eigene Rechnung aus den 1.326 Kombinationen [1].
Starthände in Gruppen
Mehrere bekannte Spieler und Autoren haben die Starthände in Gruppen eingeteilt. David Sklansky und Mason Malmuth ordneten jede Hand einer Gruppe zu, deren Hände sich normalerweise ähnlich spielen lassen, und gingen dabei von einem Tisch mit neun oder zehn Spielern aus [1]. Phil Hellmuth stellte 2003 in seinem Buch "Play Poker Like the Pros" diese Einteilung vor [1]:
| Stufe | Hände | Bezeichnung |
|---|---|---|
| 1 | AA, KK, AKs, QQ, AK | Top 12 |
| 2 | JJ, TT, 99 | Top 12 |
| 3 | 88, 77, AQs, AQ | Top 12 |
| 4 | 66, 55, 44, 33, 22, AJs, ATs, A9s, A8s | Hände für die meisten Situationen |
| 5 | A7s, A6s, A5s, A4s, A3s, A2s, KQs, KQ | Hände für die meisten Situationen |
| 6 | QJs, JTs, T9s, 98s, 87s, 76s, 65s | Suited Connectors |
Diese Ranglisten wurden für Limit-Hold'em erstellt und gelten laut der Quelle nicht für No-Limit [1]. Als grobe Ordnung taugen sie trotzdem. Suited Connectors sind zwei aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe, etwa 8 und 7 in Herz. Sie sind im Flop selten schon fertig (ein Flush mit zwei Karten einer Farbe kommt nach eigener Rechnung in 0,84 Prozent der Flops vor), bieten aber Aussichten auf Straße oder Flush.
Die Chen-Formel
Bill Chen hat eine Formel entwickelt, mit der sich die Stärke jeder Starthand als Punktzahl ausdrücken lässt [1]. Die höchste Karte bringt Punkte: Ass 10, König 8, Dame 7, Bube 6, die Karten von 10 bis 2 die Hälfte ihres Werts [1]. Ein Paar verdoppelt die Punkte, mindestens aber 5, für 55 gibt es 6 [1]. Zwei Karten derselben Farbe bringen 2 Punkte mehr [1]. Für jede Lücke zwischen den Karten gibt es Abzüge: 1 Punkt bei einer Lücke, 2 bei zwei, 4 bei drei und 5 bei größeren Abständen [1]. Einen Punkt dazu gibt es, wenn die Karten direkt aufeinanderfolgen oder eine Lücke haben und die höhere Karte unter der Dame liegt [1].
Zwei Beispiele als eigene Rechnung: AKs kommt auf 10 Punkte für das Ass und 2 für die Farbe, zusammen 12. JTs kommt auf 6 für den Buben, 2 für die Farbe und 1, weil die Karten aufeinanderfolgen und unter der Dame liegen, zusammen 9.
Was die Duelle vor dem Flop zeigen
Wie stark eine Hand ist, zeigt sich am deutlichsten im direkten Vergleich. Die folgenden Werte sind eine eigene Rechnung über alle 1.712.304 möglichen Boards, wenn zwei Hände ohne weitere Einsätze bis zum River gespielt werden. Die genauen Farben sind angegeben, weil sie das Ergebnis leicht verändern: Teilen sich Asse und Könige zwei Farben, etwa Pik und Herz, gewinnen die Asse in 82,36 Prozent der Fälle statt in 81,1 Prozent.
| Hand 1 | Hand 2 | Hand 1 gewinnt | Hand 2 gewinnt | Teilung |
|---|---|---|---|---|
| A♥ A♣ | K♠ K♦ | 81,1 % | 18,6 % | 0,4 % |
| Q♠ Q♦ | A♥ K♣ | 57,0 % | 42,7 % | 0,3 % |
| 2♠ 2♦ | A♥ K♣ | 52,8 % | 46,7 % | 0,6 % |
| A♥ K♣ | A♠ Q♦ | 71,7 % | 23,7 % | 4,6 % |
| A♥ K♥ | 7♠ 2♦ | 69,1 % | 30,5 % | 0,5 % |
Drei Dinge fallen auf. Selbst das schwächste Paar liegt gegen Ass-König leicht vorn, weil AK ohne Treffer nur eine hohe Karte bleibt. Ass-König gegen Ass-Dame ist ein ungleiches Duell: Beide teilen sich das Ass, die Dame trifft oft nur, wenn auch der König nicht kommt. Spieler nennen eine solche Hand dominiert. Und selbst 7-2 in verschiedenen Farben, oft als schwächste Starthand genannt, gewinnt gegen AKs fast jedes dritte Mal.
Eigene Duelle kannst du mit dem Poker-Odds-Rechner durchspielen.
Position und Zahl der Spieler
Welche Hände spielbar sind, hängt stark vom Platz am Tisch ab. Wer früh handeln muss, braucht stärkere Hände zum Setzen, Erhöhen oder Mitgehen als ein Spieler in später Position [2]. Der Grund: Sitzen noch fünf Gegner hinter dir, hat eher einer davon eine bessere Hand als bei nur einem Gegner [2]. Je besser die Position, desto mehr Hände lassen sich gewinnbringend spielen [2]. Mehr dazu steht unter Position beim Poker.
Auch die Zahl der Spieler zählt. An einem kurzen Tisch mit drei bis sechs Spielern musst du mehr Hände spielen, weil seltener jemand eine starke Hand hält und die Blinds dich häufiger treffen [2]. In lockeren Runden, in denen viele Spieler mitgehen, werden Hände wertvoller, die auf einen Flush oder eine Straße zielen, weil die Pots größer werden und oft mehr als ein Paar zum Gewinnen nötig ist [2].
Mitgehen oder erhöhen
Hat vor dir schon jemand eröffnet oder erhöht, brauchst du eine bessere Hand, als du zum Eröffnen gebraucht hättest. Sklansky nennt das das Gap-Konzept [2]. Wer eröffnet, kann sofort gewinnen, wenn alle aufgeben, wer nur mitgeht, gewinnt nur mit der besseren Hand [2].
Eine Auswahl für den Anfang
Anfänger spielen meist zu locker und zu passiv: Sie gehen mit zu vielen Händen mit und hoffen, dass mittelmäßige Karten doch noch gewinnen [3]. Gegen solche Spieler reicht es oft, mit guten Händen zu setzen und schlechte wegzuwerfen [3].
Als Einstieg empfiehlt die Redaktion eine einfache Regel, die sich an der Tabelle oben orientiert. In früher Position spielst du nur die Stufen 1 bis 3, in mittlerer Position kommt Stufe 4 dazu, kurz vor dem Button und auf dem Button die Stufen 5 und 6. Alle anderen Hände wirfst du weg, außer du sitzt im Big Blind und niemand hat erhöht. Das ist eine eigene Empfehlung und keine feste Strategie. Mit mehr Erfahrung wirst du sie an Gegner und Tisch anpassen.
Allgemeine Ratschläge für die ersten Runden sammelt Texas Hold'em Tipps für Anfänger, die Rangfolge der fertigen Hände steht unter Pokerhände: Rangfolge von High Card bis Royal Flush. Wie oft sich eine Hand auf dem Board verbessert, erklärt Wahrscheinlichkeiten beim Poker. Andere Kartenspiele mit festen Regeln findest du auf spiele.domain-root.de unter Kartenspiele.
- Texas hold 'em starting hands. Wikipedia (englisch). Stand 01.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Poker strategy. Wikipedia (englisch). Stand 26.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Poker Strategy. John McLeod, pagat.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Enumerating Starting Poker Hands (Brian Alspach). Simon Fraser University, Department of Mathematics. Stand 09.01.2004. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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