Pokerregeln für Texas Hold'emRatgeber

Setzrunden beim Poker: Blinds, Check, Call, Raise und Fold

Vor dem Austeilen setzen die zwei Spieler links vom Button den Small und den Big Blind. In jeder der vier Setzrunden kann man passen (Fold), schieben (Check), setzen (Bet), mitgehen (Call) oder erhöhen (Raise). Eine Runde endet, wenn alle verbliebenen Spieler gleich viel gesetzt haben.

Eine runde Dealer-Scheibe und zwei kleine Chipstapel vor zwei Plätzen am grünen Filztisch
Bild: KI-generiert

Texas Hold'em hat vier Setzrunden: eine nach dem Austeilen der zwei verdeckten Karten, eine nach dem Flop, eine nach dem Turn und die letzte nach dem River [1, 2]. Damit schon in der ersten Runde etwas im Pot liegt, zahlen zwei Spieler vorher Pflichteinsätze, die Blinds [2]. Wer in welcher Reihenfolge handelt und wie viel er setzen darf, regeln der Dealer-Button, die Blinds und die vereinbarte Setzform.

Button, Small Blind und Big Blind

Der Dealer-Button ist eine runde Scheibe, die den Platz des Gebers markiert, auch wenn gar nicht dieser Spieler austeilt [1]. Wer den Button hat, bekommt beim Austeilen als Letzter Karten und handelt ab der zweiten Setzrunde als Letzter. Nach jeder Hand wandert der Button einen Platz im Uhrzeigersinn weiter, damit dieser Vorteil reihum geht [1].

Der Spieler direkt links vom Button setzt den Small Blind, sein linker Nachbar den Big Blind [1]. Nach der Spielregel von Cartamundi ist der Big Blind doppelt so hoch wie der Small Blind [2]. Die Blinds werden gesetzt, bevor jemand seine Karten ansieht [1]. Sie zählen als Teil des eigenen Einsatzes: Wer den Big Blind gesetzt hat, muss in der ersten Runde nur noch die Differenz zu einer Erhöhung bringen [1, 3].

Die Option des Big Blind

Der Big Blind gilt als Eröffnungseinsatz. Gehen alle anderen nur mit, darf der Spieler im Big Blind trotzdem noch einmal erhöhen, wenn er an der Reihe ist [1]. Diese Wahl heißt Option [1]. Erhöht niemand, kann er auch einfach schieben, und die Runde ist zu Ende.

Zu zweit am Tisch

Spielen nur noch zwei Personen, sitzt der Small Blind auf dem Button [1, 4]. Er bekommt die Karten als Letzter, handelt vor dem Flop als Erster und in allen späteren Runden als Letzter [4].

Ante

Manche Runden verlangen zusätzlich eine Ante. Das ist ein fester Betrag, den vor dem Austeilen jeder Spieler zahlt [3]. Die Ante ist kein Einsatz, die anderen müssen sie also nicht ausgleichen [3]. Ähnlich funktioniert eine einzelne größere Ante, die nur ein Spieler für alle zahlt. Das klappt, solange jeder gleich oft an die Reihe kommt [3]. Die Turnierregeln der Tournament Directors Association erwähnen außerdem eine Big-Blind-Ante und regeln für sie, wer bei gleichzeitigem Ausscheiden vorn liegt [4].

Die Aktionen am Tisch

Wer an der Reihe ist, hat je nach Lage bis zu fünf Möglichkeiten. Welche davon gerade erlaubt sind, hängt nur davon ab, ob in dieser Runde schon jemand gesetzt hat [3].

Eine Hand schiebt einen kleinen Chipstapel über grünen Filz nach vorn, im Hintergrund verdeckte Karten
Bild: KI-generiert
AktionWann erlaubtWas passiert
Check (schieben)nur, wenn in dieser Runde noch niemand gesetzt hatDer Spieler bleibt im Spiel, ohne Chips zu setzen.
Bet (setzen)nur, wenn noch niemand gesetzt hatDer Spieler legt als Erster Chips in den Pot.
Call (mitgehen)wenn ein Einsatz vorliegtDer Spieler gleicht den letzten Einsatz oder die letzte Erhöhung aus.
Raise (erhöhen)wenn ein Einsatz vorliegtDer Spieler gleicht aus und legt zusätzlich mehr in den Pot.
Fold (aussteigen)jederzeit, wenn man an der Reihe istDie Karten gehen verdeckt in den Stapel, jeder Anspruch auf den Pot entfällt.

So beschreibt John McLeod die Aktionen auf pagat.com [3]. Eine Sonderform ist der Check-Raise: Ein Spieler schiebt erst und erhöht dann, wenn ein Gegner gesetzt hat. In Robert's Rules of Poker ist das in allen Spielen erlaubt, mit Ausnahme einiger Lowball-Formen [1]. All-in ist kein eigener Zug. Es bedeutet, dass ein Spieler alle seine Chips eingesetzt hat [1]. Wer all-in ist, kann nur noch um den Teil des Pots spielen, den er selbst ausgleichen konnte. Der Rest geht in einen Nebenpot, mehr dazu auf der Seite Showdown, Split Pot und Side Pot.

Ein Fold ohne Not ist erlaubt, aber selten sinnvoll: Wer aussteigt, obwohl er kostenlos schieben könnte, gibt eine Hand ohne Gegenleistung auf [3].

Reihenfolge in den vier Setzrunden

In der ersten Runde, vor dem Flop, beginnt der erste Spieler links vom Big Blind [1, 2]. Danach geht es im Uhrzeigersinn weiter, die Blinds handeln zuletzt. In allen späteren Runden beginnt der erste noch aktive Spieler links vom Button [1].

Blick über einen grünen Pokertisch, an dem mehrere Erwachsene mit verdeckten Karten sitzen
Bild: KI-generiert
  1. Preflop: Jeder hat zwei verdeckte Karten. Es beginnt der Spieler links vom Big Blind [1, 2].
  2. Flop: Drei Gemeinschaftskarten liegen offen. Es beginnt der erste aktive Spieler links vom Button [1, 2].
  3. Turn: Die vierte Gemeinschaftskarte liegt offen, gleiche Reihenfolge [1, 2].
  4. River: Die fünfte und letzte Gemeinschaftskarte liegt offen, danach folgt die letzte Setzrunde [2].

Eine Setzrunde endet, wenn alle noch aktiven Spieler gleich viel in den Pot gelegt haben. Bleibt nur ein Spieler übrig, weil alle anderen ausgestiegen sind, gewinnt er den Pot sofort und muss seine Karten nicht zeigen [2, 3]. Wie die Karten zwischen den Runden ausgeteilt werden, steht unter Kartenausgabe und Reihenfolge beim Hold'em.

Limit, Pot Limit und No Limit

Wie viel jemand setzen darf, hängt von der Setzform ab, die vor dem Spiel festgelegt wird.

Fixed Limit

Beim Limit-Poker hat jeder Einsatz eine feste Größe, die in den späteren Runden meist doppelt so hoch ist [3]. Der Spieler entscheidet nur noch, ob er aussteigt, mitgeht oder erhöht. Bei drei oder mehr Spielern sind in einer Runde höchstens ein Einsatz und drei Erhöhungen erlaubt [1, 2]. Spielen nur zwei Personen gegeneinander, darf im Spiel um Geld nach Robert's Rules unbegrenzt erhöht werden, im Turnier bleibt es auch zu zweit bei drei Erhöhungen, nur für die letzten beiden Spieler des Turniers gilt das nicht [1].

Pot Limit

Hier darf ein Einsatz höchstens so groß sein wie der Pot. Bei einer Erhöhung zählt der Pot, nachdem man selbst mitgegangen ist [1]. Ein Beispiel aus Robert's Rules, in Chips umgerechnet: Liegen 100 Chips im Pot und jemand setzt 50, darf der Nächste 50 mitgehen und um 200 erhöhen, insgesamt also 250 Chips setzen [1]. Beim Pot-Limit-Hold'em rechnen viele Strukturen den Small Blind in der ersten Runde so, als wäre er so groß wie der Big Blind. Dann darf der erste Spieler höchstens auf das Vierfache des Big Blind eröffnen [1].

No Limit

Ohne Limit darf jeder bis zu allen Chips setzen, die vor ihm liegen [3]. Die Zahl der Erhöhungen ist nicht begrenzt [1, 4]. Es gilt aber die Tischregel: Gesetzt werden nur die Chips, die zu Beginn der Hand auf dem Tisch lagen, nachgekauft wird nur zwischen zwei Händen [3].

Wie hoch eine Erhöhung sein muss

Eine Erhöhung muss mindestens so groß sein wie der letzte volle Einsatz oder die letzte volle Erhöhung in dieser Runde [1, 4]. Ausgenommen ist nur ein Spieler, der all-in geht [1].

Ein Beispiel aus Robert's Rules, in Chips: A setzt 100, B erhöht um 100 auf 200. Wer jetzt erhöhen will, muss auf mindestens 300 gehen [1]. Geht C mit weniger als 300 all-in, ist das keine volle Erhöhung. Geht A danach nur mit, darf B nicht noch einmal erhöhen, weil er selbst nicht voll erhöht wurde. A dagegen hätte erhöhen dürfen, weil B ihn voll erhöht hatte [1].

Die Turnierregeln der Tournament Directors Association sehen das genauso. Ein zu kurzes All-in öffnet die Runde für Spieler, die schon gehandelt haben, nicht wieder [4]. Mehrere kurze All-ins hintereinander können zusammen aber eine volle Erhöhung ergeben [4]. Beim Limit-Poker reicht dafür schon die Hälfte eines vollen Einsatzes [1, 4].

Ansagen, Chips und typische Fehler

Eine laut ausgesprochene Aktion gilt. Wer an der Reihe ist und "Fold", "Check", "Call" oder "Raise" sagt, muss das auch tun [1]. Wer ohne Ansage einmal auf den Tisch klopft, schiebt [1]. Wer absichtlich außer der Reihe handelt, verstößt gegen die Etikette. Hat er außer der Reihe geschoben, darf er in seinem eigentlichen Zug nicht mehr setzen oder erhöhen [1].

Ein Erwachsener klopft mit zwei Fingern neben zwei verdeckten Karten auf den grünen Filztisch
Bild: KI-generiert

Verboten ist die sogenannte String-Bet: Ein Spieler schiebt erst Chips für den Call nach vorn und holt dann ohne vorherige Ansage weitere für eine Erhöhung nach [1, 4]. Wer erhöhen will, sagt es vorher oder legt den ganzen Betrag in einer Bewegung hin [1]. Wer einen einzelnen großen Chip ohne Ansage auf einen Einsatz legt, geht nur mit [1, 4]. Erst die Ansage "Raise", bevor der Chip den Tisch berührt, macht daraus eine Erhöhung [4].

Warum es einen Unterschied macht, früh oder spät in einer Setzrunde zu handeln, erklärt Position beim Poker. Wie du mit Pot und Einsatz rechnest, steht unter Pot Odds und Outs berechnen. Den kompletten Ablauf einer Hand zeigt Texas Hold'em: Regeln Schritt für Schritt, und wer zu Hause mit Spielchips eine Runde aufbauen will, findet Hinweise unter Pokerabend zu Hause organisieren und auf Spieleabend planen.

  1. Robert's Rules of Poker (Fassung für private Runden). Robert Ciaffone, veröffentlicht auf pagat.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Texas Hold'em Rules (mehrsprachige Spielregel). Cartamundi. Stand 2019. abgerufen am 29.10.2026
  3. Poker Betting and Showdown. John McLeod, pagat.com. Stand 24.04.2023. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Poker TDA Rules 2026, Version 1.1. Poker Tournament Directors Association. Stand 21.09.2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.